Was sind Tumorboards?

Ein Tumorboard ist die gesetzmäßig vorgesehene Plattform, in der die Behandlungsplanung bei bösartigen Erkrankungen festgelegt werden soll – idealerweise vor Behandlungsbeginn. Dabei handelt es sich um eine Tumorkonferenz, in der von Ärzten, die Experten in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen sind, der medizinischen Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten eines Patienten individuell geprüft und diskutiert werden.

Die Fachrichtung der Teilnehmer eines Tumorboards richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung. Regelmäßig vertreten sind dabei Radioonkologen (Fachärzte für Strahlentherapie), internistische Onkologen, Radiologen und Pathologen sowie die je nach Tumorart chirurgisch tätigen Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen. Dazu zählen u.a. Fachärzte für Chirurgie, Gynäkologie, Senologie (Brustdrüsenerkrankungen), Urologie, Neurochirurgie und Dermatologie. Darüber hinaus sind beispielsweise Fachspezialisten der Lungenheilkunde bei Lungenkarzinomen, Neurologen bei Tumoren des Nervensystems oder Nuklearmediziner bei Schilddrüsentumoren Tumorboard-Teilnehmer.

Das Ergebnis der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Patienten und des Behandlungsplans werden auch als interdisziplinäre Meinung bezeichnet. Das interdisziplinäre Festlegen von Behandlungsstrategien sowie spätere Rückmeldungen über die Krankheitsverläufe haben neben dem hohen Nutzen für die Patienten auch einen Fort- und Weiterbildungseffekt für die beteiligten Ärzte.